Dienstag, 1. November 2022
Dienstag, 18. Oktober 2022
Wissen statt Glauben: Omikron im Oktober 2022
Wie tödlich ist Corona seit Omikron noch?
- Im Vergleich zu Delta ist das Sterberisiko 70 bis 91% geringer.
- Der CFR-Wert ("Case Fatality Rate" = "Fallsterblichkeit") liegt für Geimpfte bei Omikron niedriger als bei einer herkömmlichen Virusgrippe/Influenza - England meldete bereits im März 2022, dass der Anteil tödlicher Krankheitsverläufe bei Coronavirus-Infizierten kleiner war als bei der saisonalen Grippe. Diese verläuft bei etwa 0,04 Prozent der Erkrankten tödlich. Bei Covid-19 waren es 0,035 Prozent.
- Wenn man weiß, dass die Dunkelziffer der Infektionen laut allen Expert*innen ca. 3x höher ist, ist die Todesrate (und die eines schweren Verlaufs) also sogar ca. noch 3x niedriger als offiziell verkündet. Denn schwere Erkrankungen würden ja nicht unbemerkt verlaufen, sondern praktisch immer in die Klinik führen, wo dann mittels Test die Infektion erkannt würde.
- Mit Paxlovid steht schon seit dem 28.01.2022 ein antivirales Medikament zur Verfügung, welches das Risiko für einen schweren Verlauf, sowie das Sterberisiko massiv senkt. Es muss allerdings innerhalb von 5 Tagen nach Symtombeginn eingenommen werden. Zudem ist bekannt, dass es kurzzeitig wieder zu einem Rebound kommen kann (was auch beim US-Präsident Joe Biden der Fall war).
Man liest aber doch ständig von über 100 Corona-Toten pro Tag?
- Deutschland schafft es auch im 3. Pandemie-Jahr nicht, saubere Daten zu liefern, wer MIT oder wer AN (also WEGEN) Covid-19 stirbt. Teilweise (vor allem bei multimorbiden Patienten) lässt sich das aber auch nicht immer sauber trennen. Es gibt allerdings immer mehr Studien und Stichproben, die Licht ins Dunkel bringen. Laut einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) bildet die Corona-Todesstatistik des Robert-Koch-Instituts in der Omikron-Welle nur bedingt die Realität ab. Demnach seien in der Omikron-Welle nur 46 Prozent der Menschen, die in der RKI-Statistik als Corona-Todesfälle erfasst sind, tatsächlich an Corona gestorben. Bei der Delta-Variante waren es noch 85 Prozent:
- „Das heißt, nur rund die Hälfte, der an das RKI gemeldeten ‚Coronatoten‘ sind mit dem Auftreten von Omikron tatsächlich dem Virus zum Opfer gefallen“, sagte Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am UKE: „An Omikron verstirbt nur sehr selten noch jemand, der geimpft ist und keine zusätzlichen Risikofaktoren hat.“. Während Geimpfte ohne Risikofaktoren bei Delta immerhin noch 8% der Verstorbenen ausmachten, war diese Gruppe unter den Todesfällen bei Omikron nicht vertreten.
- Marina Dorsch vom Helios-Klinikum Krefeld sagt: „Der letzte Todesfall bei uns, der eindeutig auf das Coronavirus zurückzuführen ist, liegt bereits Monate zurück.“
- Daten aus Dänemark und England zeigen dasselbe Bild.
Aber sind nicht auch 50 Tote pro Tag noch sehr viel?
- Pro Tag sterben in Deutschland ca. 2.700 Menschen. Wenn also 50 pro Tag tatsächlich an/wegen Omikron sterben, entspricht das einem Anteil von 1,9% aller Verstorbenen pro Tag. Zum Vergleich: Jeden Tag sterben ca. 200 Menschen an den Folgen ihres Alkoholmissbrauchs, 350 an den Folgen des Rauchens und 500 an den Folgen von falscher Ernährung/Fettleibigkeit - das sind zusammen 39%. Ach ja: An den Folgen von Luftverschmutzung sterben ebenfalls Zehntausende pro Jahr - konkret: ca.154 von 100.000 Einwohnern sterben vorzeitig aufgrund von verschmutzter Atemluft (bei 83 Millionen Einwohnern also ca. 350 vorzeitig Verstorbene pro Tag).
Wer stirbt noch an Corona (Omikron)?
- Laut den Wochenberichten des RKI liegt der Altersmedian der an und mit Corona Verstorbenen bei 84 Jahren. Wie üblich wird "nicht nach Grund des Versterbens differenziert." (siehe auch das Zitat von Stefan Kluge - 2 Punkte weiter oben: Es sterben nur noch - meist ältere - Ungeimpfte und/oder Menschen mit schweren Vorerkrankungen).
Das durchschnittliche Sterbealter in Deutschland beträgt bei Frauen übrigens 82 und bei Männern 76 Jahre. Ja, Sie haben richtig gelesen: Die an und mit Corona Verstorbenen wurden also älter als es dem bundesdeutschen Durchschnitt entspricht.
Wie krank macht Omikron noch und welchen Anteil hat Covid an Erkrankungen/Krankschreibungen in Deutschland?
- Knapp 60% aller Omikron-Infektionen verlaufen symptomlos. Aber wie soeben oben erwähnt: für Ungeimpfte, sowie schwer Vorerkrankte und/oder sehr alte Menschen kann auch Omikron noch tödlich verlaufen. Bei den schwer Vorerkrankten gilt das aber auch für alle anderen Corona-, Influenza- oder Noro-Viren (und auch bei diesen kann der Überträger symptomlos sein, weiß also gar nicht, dass er andere infiziert).
- Laut dem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (mit über 11 Mio. Versicherten die größte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands) sorgte Covid im ersten Halbjahr 2022 für 0,3 Fehltage pro Versichertem. Andere Atemwegserkrankungen/grippale Infekte/Influenza verursachten eine 7x höhere Krankheitslast - nämlich 2,1 Fehltage pro Versichertem.
Insgesamt hatte Covid einen Anteil von 3,3% aller Krankschreibungen - und spielte somit "über alle Diagnosen hinweg eine sehr untergeordnete Rolle bei den Krankmeldungen". - Dass Grippe/grippale Infekte im gesamten Jahr 2022 für viel mehr krankheitsbedingte Ausfälle sorgte als Corona, konnte man übrigens schon im Mai und August lesen. Aber im täglichen Gesamtgetöse zu Corona ging das leider immer wieder unter.
- Ergänzung vom 20.10.2022: Auch die DAK berichtet in ihrer Auswertung vom Juli bis September 2022 (Datengrundlage waren 2,2 Millionen Versicherte), dass Covid-19 5x weniger Krankheitstage verursachte als andere Atemwegserkrankungen/grippale Infekte:
"Der Anteil von Coronaausfällen am gesamten Krankenstand sank laut DAK auf 3,1 Prozent – nach 9,5 Prozent im ersten Quartal und 6,3 Prozent im zweiten Quartal. Andere Atemwegserkrankungen machten zuletzt 15,4 Prozent aus." - Professor Michael Albrecht, Chef des Dresdner Uniklinikums, bestätigt das, warnt vor einer Influenza-/Grippewelle und rät allen zur Grippe-Impfung. Interessanterweise macht er u.a. das Maskentragen mit dafür verantwortlich: "Wir haben nahezu keinen Immunschutz mehr gegen die Influenza. Das liegt daran, dass mit den notwendigen Corona-Maßnahmen wie Maskentragen und Abstandsregeln die Infektionsketten auch gegen die Grippeviren so unterbrochen worden sind, dass die Menschen keine Immunität in größerem Stil aufbauen konnten."
- Aktuell liegen auf Deutschlands Intensivstationen 1.700 Patienten mit einem positiven PCR-Test. Das entspricht einem Anteil von 7% aller Intensivbetten. Diese Tagesschau-Grafik veranschaulicht das:
- Da
(im Gegensatz zu Ländern wie Dänemark, England oder Österreich) nach
wie vor keine bundesweite Erhebung existiert, wer WEGEN und wer MIT
Covid dort liegt, kann man sich nur auf Stichproben verlassen. Als
einziges Bundesland liefert Bremen
diese Daten. Dort lag die Hospitalisierungsinzidenz zuletzt bei 5,83.
WEGEN Corona lag sie bei 0,18, MIT Corona lag sie bei 5,65. Das
bedeutet, dass von 100 Corona-Positiven gerade mal 3 WEGEN und 97 MIT
Corona dort lagen.
- In Rheinland-Pfalz liefern einzelne Kliniken ebenfalls Covid-Wochenberichte
mit diesen Daten. Für die letzte Woche waren von 539 Corona-positiven
Patienten 59 wegen Corona eingeliefert worden, also ein Anteil von knapp
11%.
89% lagen also auch hier als "Zufallsbefunde" MIT Corona dort. - Ach ja: Schon Im Januar 2022 konnte man das vereinzelt lesen - in Frankfurt waren z.B. 90% aller Corona-Positiven gar nicht wegen der Infektion dort, sondern nur (größtenteils symptomlose) Zufallsbefunde. Die Helios-Kliniken (Deutschlands größter private Krankenhausbetreiber) erfassten und meldeten das ebenfalls schon vor Monaten. Unsere Medien zogen es aber größtenteils vor, weiterhin täglich nur undifferenziert unaussagekräftige Inzidenzen und "Corona-Tote" zu melden.
- Ein Blick nach Österreich zeigt übrigens, dass auch dort zuletzt 12% der Corona-Positiven wegen Covid auf den Intensivstationen lagen.
- Fakt ist: Die Kliniken haben bei jedem Corona-Positiven einen Mehraufwand, da
diese Patienten isoliert werden müssen. Aber der 7%ige Anteil ist nicht
der Auslöser für die Überlastung, sondern die Überlastung ist das
Symptom des Pflegenotstands, der seit Jahren bekannt ist und ebenso
lange ignoriert wird und durch Corona (und Verrentung) noch schlimmer
wurde. Ich verweise hier auf meinen Blog-Eintrag vom 19. April 2022
(dort ab "Pflegenotstand"). Nicht zu vergessen ist hier der große
Anteil, den Lauterbach selbst zu verantworten hat, weil erst durch seine Einflüsterungen an die damalige Gesundheitsministerin die unseligen Fallpauschalen eingeführt wurden.
- Fakt ist zudem, dass in Ländern wie Frankreich oder Österreich (in denen die Isolationspflicht ja grundsätzlich abgeschafft wurde) Corona-positives medizinisches Personal arbeiten darf, wenn es symptomlos ist (was - wie oben erwähnt - für knapp 60% aller Omikron-Positiven gilt) und eine FFP2-Maske trägt. Karl Lauterbach lehnt das weiterhin ab, wodurch die Besetzung in den Kliniken weiter verkleinert wird.
- Aktuell sind viele Klinikmitarbeiter*innen übrigens nicht (nur) mit SARS-CoV-2 infiziert, sondern leiden (wie üblich im Herbst) an Grippe und grippalen Infekten. Gerhard Gaß (Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft sprach wörtlich von "einem verheerenden Dreiklang aus Personalausfällen durch Coronavirus-Infektionen und andere saisonale Atemwegserkrankungen, aus wachsendem wirtschaftlichem Druck und Bürokratie". Bei den meisten Medien schaffte es aber nur 1 der 3 genannten Punkte des "Dreiklangs" in die Schlagzeilen: Natürlich die Corona-Infektionen.
Wie sinnvoll ist es, jetzt wieder eine grundsätzliche Maskenpflicht in allen Innenräumen einzuführen?
- Laut der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten IMMUNEBRIDGE-Studie zum Immunisierungsgrad in der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2 haben 95% aller Deutschen mittlerweile Antikörper gegen Sars-COV2 - sei es durch Impfungen, Infektionen oder beides.
Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger kommentierte am 13.10.2022 dazu:
"Mit Blick auf den Entscheidungsspielraum der Länder heißt das: Sie müssen nur dann auf zusätzliche Schutzmaßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz zurückgreifen, falls sich eine neue, gefährlichere Variante durchsetzen sollte."
IMMUNEBRIDGE-Sprecher Prof. Dr. Hendrik Streeck, Institut für Virologie, Universitätsklinik Bonn, ergänzt:
„95 Prozent der Bürgerinnen und Bürger hierzulande haben inzwischen eine Grundimmunität entwickelt. Dies bedeutet in der Pandemie-Bekämpfung, dass Infektionszahlen nicht mehr in erster Linie ausschlaggebend sind, sondern wie viele Patienten im Krankenhaus ‚wegen‘ Corona behandelt werden. Die Daten zeigen aber auch, dass wir eine deutliche Immunitätslücke in den Risikogruppen haben und das Impfkampagnen bei über 70-Jährigen dringend notwendig sind."
- In allen 26 anderen EU-Ländern existiert (zum Großteil bereits seit März 2022) keine Maskenpflicht mehr in Innenräumen. Die Niederlande hatten noch am 12. Februar 2022 eine Inzidenz von sage und schreibe 5.108. Am 23. März lag sie immer noch bei 1.805, trotzdem wurden dort an diesem Tag sämtliche Maßnahmen (inkl. der Maskenpflicht in Innenräumen) aufgehoben. Übrigens bei einer schlechteren Impfquote als Deutschland. Und was passierte seitdem? Die Inzidenzen sanken dort kontinuierlich und lagen meist 2-stellig (aktuell bei 132). Auf den Intensivstationen lagen im März noch 160 und seitdem immer zwischen 20-50 Patienten wegen/mit Corona. Offensichtlich ebbte die Welle dort ohne jegliche Maskenpflicht von selbst ab.
- Ein deutscher "Feldversuch" aus der Praxis: Als einzige Bundesländer behielten Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern die Maskenpflicht bei, als sie im übrigen Bundesgebiet zum 2. April 2022 wegfiel. Auf die Inzidenzen hatte das überhaupt keine messbare Auswirkung.
- Ein weiterer Feldversuch war die diesjährige sogenannte "Sommerwelle" in Deutschland: Sie ebbte ohne weitere Maßnahmen ab (und nein, das lag nicht etwa am Wetter, sie hatte sich ja trotz des heißen Wetters erst im Sommer auf- und dann wieder abgebaut) - von 740 am 15. Juli auf 215 am 4. September.
- Und Einen erleben wir gerade Live: Die "Herbstwelle", die sich (ebenfalls ganz von selbst) soeben wieder abbaut: Von einer 884-Inzidenz am 12. Oktober auf 688 am 18. Oktober (Rückgang um gut 22% in 6 Tagen). Der "R-Wert" sank ebenfalls konstant von 1,35 am 26. September auf 0,85 heute/18. Oktober - ein Rückgang um 37%. Es ist mir daher unverständlich, warum unsere Medien nicht viel stärker betonen, dass sich die Corona-Wellen auch ohne Maskenpflicht von selbst erledigen.
Ergänzung vom 02.11.2022: Die Inzidenz ist mittlerweile auf 279 gesunken, der R-Wert auf 0,70. Eine Grafik von ZEIT-Online zeigt den Wellenverlauf seit Aufhebung der Maskenpflicht (rechts unten) sehr deutlich. Alle Wellen flachten ohne weitere Maßnahmen immer von selbst ab: - Auf der Webseite "Corona in Zahlen" kann man das auch für zig weitere EU-Länder beobachten, die alle ihre Maßnahmen aufhoben. Länder wie Spanien, Portugal, Frankreich, Dänemark (von Schweden ganz zu schweigen) Niederlande und die Schweiz betrachten Corona längst als einen normalen grippalen Infekt, der zum Lebensrisiko dazugehört und behandeln ihre Einwohner daher als mündige Bürger, die selbst entscheiden dürfen, wann, wo und wie oft sie Masken tragen und sich boostern lassen wollen. Dort wird auch schon seit Monaten nicht mehr auf Inzidenzen geschaut. Sie werden Schwierigkeiten haben, die tagesaktuellen Zahlen auf den Webseiten der dortigen größten Medien zu finden. Nur Deutschland meldet sie noch täglich in den Schlagzeilen. In den anderen EU-Ländern konzentriert man sich auf die Hospitalisierungen - und unterscheidet dabei ebenfalls deutlich, wer wegen oder mit Corona eingeliefert wurde.
- Laut Virologen wie Drosten und Streeck geht es zudem ja schon lange nicht mehr darum, jede Infektion zu vermeiden. Maskenpflicht ist immer dann sinnvoll, wenn man eine drohende Pandemie verhindern/eindämmen will - vor allem, wenn sie lebensbedrohlich für alle ist (niemand würde am Sinn einer Maskenpflicht bei Ebola zweifeln). Das ist bei Corona offensichtlich weder mehr nötig (siehe alle Ausführungen oben) noch möglich (auch wenn China das noch anders sieht und an seiner menschenverachtenden 0-Covid-Politik festhält).
Laut allen Expert*innen wird SARS-CoV-2 nie wieder verschwinden - genauso wenig wie alle anderen Coronaviren vorher, die längst endemisch sind und zusammen mit Influenza-, Rhino- oder Adenoviren immer wieder für grippale Infekte bzw. Virusgruppen sorgen werden. Wenn man sich selbst schützen will, weil man vorerkrankt/gefährdet ist oder einfach grundsätzlich eine Infektion vermeiden will, kann und soll man das (möglichst mit einer FFP2- oder gar FFP3-Maske) tun.
- Die meisten Infektionen erfolgen nicht im öffentlichen, sondern im privaten Umfeld. Dort kann es aber rein rechtlich nie eine Maskenpflicht geben. Das ist der Grund, warum viele wissenschaftliche Untersuchungen weltweit zum Schluss kamen, dass die Maskenpflicht im öffentlichen Raum praktisch keinen Einfluss auf das Infektionsgeschehen hat. Natürlich schützen korrekt getragene FFP2-Masken wirksam vor einer Infektion - aber dafür muss man eben immer eine tragen, sobald man mit Menschen zusammen kommt. Egal ob im Beruf, im Supermarkt, im Restaurant oder zu Hause. Es ist dabei ausreichend, wenn derjenige, der sich schützen will/muss, eine trägt. Wie zum Beispiel medizinisches Personal, das täglich stundenlang in teils kleinen/voll belegten Räumen ohne jeglichen "Sicherheitsabstand" Covid-Patienten behandelt - und nur durch die eigene FFP2-Maske geschützt ist.
- Im "Bericht des Sachverständigenausschusses zur Evaluation der Maßnahmen der Pandemiepolitik" wurde ebenfalls auf die mangelnde Evidenz der vorhandenen Studienlage verwiesen: "Eine generelle Empfehlung zum Tragen von FFP2-Masken ist aus den bisherigen Daten nicht ableitbar." Zudem wird auch dort auf frühere Erhebungen verwiesen, nach denen "rund 70 Prozent der Infektionen im privaten Umfeld stattfinden, aber nicht im Einzelhandel oder an ähnlichen Orten"
- Die Virologen Hendrik Streeck ("Maskenpflicht wird in dieser Phase gar keinen Effekt haben") und Jonas Schmidt-Chanasit („Lauterbachs Masken-Regelung würde keine Veränderung bringen, das haben die Daten gezeigt“) halten eine Maskenpflicht im derzeitigen Stadium ebenfalls nicht für sinnvoll.
- Die Hauptargumente gegen eine generelle Maskenpflicht in allen Innenräumen sind somit offensichtlich: Sie hat keinerlei Auswirkung auf das Infektionsgeschehen und es würde nie zum Ende einer Maskenpflicht kommen, da SARS-CoV-2 nie wieder verschwinden wird. Konsequent zu Ende gedacht würde dies also lebenslanges Maskentragen in Innenräumen bedeuten.
- PS. Erinnern Sie sich noch an die starke Grippewelle 2017/2018? Laut RKI starben damals in den 5 Grippemonaten bis zu 25.000 Menschen an der Influenza (also 5.000 pro Monat - weit mehr als jetzt an Omikron sterben). Wurde damals nach Maskenpflicht oder 2G gerufen? Natürlich nicht. Immerhin: es wurde damals in den Medien darüber berichtet. Aber nur sehr vereinzelt und nur alle paar Wochen. Nicht mehrfach täglich wie heute und vor allem nicht immer als Schlagzeilen.
- Zunächst zur Begrifflichkeit, weil das in vielen Medien noch immer unterschiedlich bezeichnet wird: Seit Oktober 2021 (basierend auf einer vorläufigen Falldefinition der WHO) bezeichnet "Long-Covid" die Fälle, bei denen noch 4 Wochen nach einer Corona-Infektion Symptome auftreten und "Post-Covid" die, bei denen das auch nach 12 Wochen/3 Monaten der Fall ist. In der medialen Praxis wird aber oft weiterhin pauschal alles als "Long Covid" benannt.
- Bis zur Delta-Welle ging man von ca. 10% aller Covid-Erkrankten aus, die von Long Covid betroffen waren. Seit Omikron sank dieser Wert auf 4,4%. Natürlich muss man auch hier berücksichtigen, dass die "echte Infektions-Inzidenz" 3x höher liegt - entsprechend müsste man die 4,4% also dritteln.
- Im bereits oben erwähnten Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse betraf Long Covid 1% aller Corona-Erkrankten. Im Schnitt waren sie 105 Tage krankgeschrieben.
- Ob eine Impfung vor Long-Covid schützt, ist nicht erwiesen. Je nachdem, welche Studie man dazu liest, ist das der Fall - oder eben auch nicht. Karl Lauterbach erwähnt übrigens immer nur Erstere.
Das RKI ist hier seriöser und schreibt: "Die wenigen Studien, die diese Fragestellung unter Einbeziehung einer Kontrollgruppe untersucht haben, sind jedoch methodisch und im Ergebnis sehr heterogen. Des Weiteren wird auch ein positiver Einfluss einer Impfung nach stattgehabter Infektion und bei bereits bestehenden Long-COVID-Symptomen berichtet. Allerdings ist auch hier der Kenntnisstand nicht abgeschlossen." - Was zunächst äußerst selten in unseren Medien erwähnt wurde (hauptsächlich, weil man Impfgegnern und Corona-Leugnern kein Wasser auf ihre Schwurbel-Mühlen liefern wollte) ist, dass auch die Impfung selbst dieselben Long-/Post-Covid-Symptome auslösen kann wie eine Corona-Infektion: Das sogenannte Post-Vaccine-Syndrom. Am Ende dieses Blog-Beitrags finden Sie zahlreiche Links dazu - und in der gestern in der ARD ausgestrahlten (und meiner Meinung nach sehr fundierten und sehenswerten) Doku "Die Pandemie der Unbehandelten" kommen 3 Patientengruppen zu Wort: Long Covid-, Post-Vac- und ME/CFS-Patienten, die teils seit 10 Jahren (also vollkommen unabhängig von Corona) am Chronischen Fatigue-Syndrom leiden. Von ihnen gab es in Deutschland bereits vor der Pandemie (je nach Schätzung) 250.000-300.000 Patienten. Seit Corona kamen ca. 10.000 Neue hinzu.
- Nach wie vor sind sowohl ME/CFS als auch Long Covid und Post-VAC nicht ausreichend erforscht:
- Bei ME/CFS ging als Auslöser immer eine Infektionskrankheit voraus - z. B. das Epstein-Barr-Virus oder die Influenza. Entsprechend kann auch SARS-CoV-2 die Ursache sein.
- Bei Long Covid gibt es verschiedene Theorien: Laut einer Studie der neurologischen Klinik an der Uniklinik Essen begünstigen psychosomatische Konstellationen/Vorerkrankungen die Entstehung, siehe dieses WDR-Interview mit dem ärztlichen Direktor. Ebenso kann aber auch (genau wie bei ME/CFS) eine Reaktivierung von Epstein-Barr (was ca. 95% aller Menschen in sich tragen und was auch das "Pfeiffersche Drüsenfieber auslöst) Long Covid hervorrufen. Andere Theorien gehen von Blutgerinnseln aus, die durch Blutwäschen beseitigt werden können - und wieder andere vermuten entweder ein überschießendes Immunsystem oder Virenreste als Auslöser.
- Dasselbe gilt für das Post-Vac-Syndrom (wobei hier dann natürlich nicht das Virus selbst, sondern das Spike-Protein aus der Impfung verantwortlich ist). Hier kommt allerdings erschwerend dazu, dass die Dunkelziffer extrem hoch ist, da viele Ärzt*innen die Nebenwirkungen nach der Impfung nicht meldeten. Teils, weil sie nicht daran glaubten, teils weil sie für diese (durchaus zeitraubende Meldung) keinerlei Vergütung erhielten und teils weil sie nicht in die Nähe von Corona-Leugnern oder Impfgegnern gerückt werden wollten, wie die erwähnte ARD-Doku auf bestürzende Weise zeigt.
- Um das Ganze noch komplexer zu machen, sei noch erwähnt, dass es auch Patienten gibt, die nachweislich weder Corona-infiziert, noch kürzlich geimpft waren und trotzdem dieselben Symptome entwickelten wie bei Long Covid und Post-Vac. Die Gutenberg COVID-19 Studie schreibt dazu: "Mehr als 40 % der Personen ohne frühere SARS-CoV-2-Infektion berichteten über Long COVID-artige Beschwerden während der Pandemie, die über mindestens 6 Monate anhielten."
- Auch der Stiko-Chef Thomas Mertens berichtete bereits im letzten Sommer von einer Schweizer Studie zu Long Covid bei Kindern: „Die Krankheitslast des Long Covid ist bei denen, die infiziert worden waren, und denen, die nicht infiziert worden waren, praktisch gleich.“ Man könne also nicht mit absoluter Sicherheit sagen, dass die Symptomatik auf die Virusinfektion zurückzuführen sei.
Donnerstag, 5. Mai 2022
"Mehr oder weniger nebenwirkungsfrei"
Professor Harald Matthes von der Charité Berlin leitet eine Studie mit bislang rund 40.000 Teilnehmer*innen zu den Nebenwirkungen der Corona-Impfungen. Das bisherige Ergebnis ist für viele sicher überraschend.
In aller Kürze:
- Die Zahl schwerer Komplikationen nach Impfungen gegen Sars-CoV-2 ist 40 Mal höher, als es durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bislang erfasst wurde.
- 8 von 1.000 Geimpften kämpfen mit schweren Nebenwirkungen (als "schwere Nebenwirkungen gelten Symptome, die über Wochen oder Monate anhalten und medizinische Behandlung erfordern."). Nicht enthalten sind hier die Todesfälle, die durch die Impfung verursacht wurden.
- "Angesichts von etwa einer halben Million Fällen mit schweren Nebenwirkungen nach Covid-Impfungen in Deutschland, müssen wir Ärzte tätig werden", betont Prof. Matthes, der neben seiner Tätigkeit an der Berliner Charité, im Vorstand mehrerer medizinischer Fachgesellschaften ist und seit Jahren die Wirkung von Arzneimitteln systematisch untersucht. "Wir müssen zu Therapieangeboten kommen, auf Kongressen und in der Öffentlichkeit offen darüber diskutieren, ohne dass wir als Impfgegner gelten."
Kam das aus heiterem Himmel? Mitnichten: "Die Zahl ist nicht überraschend", erläutert Prof. Dr. Harald Matthes, Leiter der Studie: "Sie entspricht dem, was man aus anderen Ländern, wie Schweden, Israel oder Kanada kennt. Übrigens hatten selbst die Hersteller der Impfstoffe in ihren Studien bereits ähnliche Werte ermittelt." Bei herkömmlichen Impfstoffen, wie etwa gegen Polio oder Masern, sei die Zahl schwerer Nebenwirkungen deutlich geringer.
Schon 1964 formulierte übrigens der Pharmologe Gustav Kuschinsky: „Wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt, so besteht der dringende Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat.“ Man muss aber weder Pharmazie noch Medizin studiert haben, um die Aussage "Keine Wirkung ohne Nebenwirkung" zu kennen.
Aber wie sprach unser Corona-Minister? Wie bezeichnete er die Impfungen immer? Als "mehr oder weniger nebenwirkungsfrei". Immer wieder. Per Twitter. Per Interview. In Talkshows - siehe dieses Beispiel vom 13.02.2022 bei "Anne Will". Wer etwas anderes behauptete, war "ein Opfer der schäbigen Desinformationen in den sozialen Medien".
"Die meisten, auch schweren Nebenwirkungen, klingen nach drei bis sechs Monaten ab, 80 Prozent heilen aus. Aber es gibt auch leider welche, die deutlich länger anhalten", berichtet Professor Matthes.
Bitter für die betroffenen Menschen ist auch, dass sie im Gegensatz zu "Long Covid"-Geschädigten oftmals nicht einmal ernst genommen wurden und werden. So würden niedergelassene Ärzte entsprechende Symptome zu oft nicht mit den Impfungen in Verbindung bringen. Entweder seien sie nicht darauf vorbereitet oder wollten sich „in einer aufgeheizten politischen Stimmung nicht positionieren“.
Geht es mir darum, die Impfung zu verteufeln? Nein, ganz sicher nicht. Ich bin geboostert. Die Impfung bewahrt(e) unzählige Menschen vor dem Tod. Aber ich bin für Ehrlichkeit und Transparenz. Um abwägen zu können, ob man sich (z.B. als 30-Jähriger ohne Vorerkrankungen) impfen lassen sollte oder nicht, muss man alle Vor- und Nachteile kennen. Über die Vorteile wurde rund um die Uhr auf allen Kanälen berichtet. Über die Nachteile weder so zahlreich, noch so deutlich wie in der Charité-Studie. Ich halte es daher für unseriös und menschlich zutiefst schäbig, Menschen zu belügen, nur weil man eine fragwürdige Impfpflicht durchsetzen will.
Als "Mann der Wissenschaft" sollte man ehrlicher, differenzierter und klarer in seinen Aussagen sein, als es Lauterbach zum wiederholten Male war.
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6. Mai Update:
Mittlerweile hat sich die Charité über einen Sprecher von Matthes' Auswertung distanziert: "Bei dieser Untersuchung handelt es sich um eine offene Internetumfrage, im engeren Sinne also nicht um eine wissenschaftliche Studie. Diese Datenbasis ist nicht geeignet, um konkrete Schlussfolgerungen über Häufigkeiten in der Gesamtbevölkerung zu ziehen und verallgemeinernd zu interpretieren."
Im Telefonat mit ZEIT ONLINE räumt Matthes Limitationen seiner Studie ein. Ungeachtet der methodischen Mängel bleibt er jedoch bei der Behauptung, dass es in Deutschland eine deutliche Untererfassung an Impfnebenwirkungen gebe.
20. Juli Update:
Das Paul-Ehrlich-Institut berichtet bei 0,02% aller Geimpften pro Spritze von "schwerwiegenden Impfnebenwirkungen-Verdachtsfällen" - das entspricht 1:5000 pro Spritze. Wer sich also 3 mal impfen ließ, verdreifachte das Risiko. Nach der üblichen Nomenklatur für Angaben zur Häufigkeit von Nebenwirkungen entspricht das "selten", aber keinesfalls "sehr selten" oder gar "nicht bekannt" bzw. "nebenwirkungsfrei". Das musste mittlerweile sogar Karl Lauterbach zugeben (hat mal jemand gezählt, wie oft er schon zurückrudern musste? Ich verliere langsam die Übersicht).
Und immer mehr Leitmedien berichten ebenfalls über das Post-Vac-Syndrom (anbei eine kleine Link-Auswahl):
- Unerklärliche Symptome nach der Coronaimpfung – und alle ducken sich weg
- Geimpft und dann nur noch platt
- Wie verbreitet ist das Post-Vac-Syndrom?
- Post-Vac-Syndrom: Long Covid nach der Impfung
- WENN DIE CORONA-IMPFUNG ZU KRANKHEITS-SYMPTOMEN FÜHRT
- Ein körperliches und psychisches Wrack
- Corona: Wie Impfschäden immer noch heruntergespielt werden <--hier kritisiert Professor Bernhard Schieffer (der ärztliche Leiter der Long-Covid- und Post-Vac-Sprechstunde der Uniklinik Marburg) Karl Lauterbach massiv, da der die Symptomatik von Post-Vac als "nicht so schwerwiegend wie die von Long Covid" bezeichnet hatte.
Die getwitterte Antwort von Professor Schieffer:
„Leider decken sich Ihre Äußerungen zum Schweregrad von Post-Vac, der geringer als Long Covid sein soll, nicht mit unseren klinischen Erfahrungen. Ich würde empfehlen, solche Äußerungen zurückhaltend zu tätigen, da Betroffene jedweder Erkrankungsentität vor den Kopf gestoßen werden.“
6. Oktober Update:
Nach Dänemark empfiehlt nun auch Schweden keine Impfung für gesunde unter-18-Jährige mehr - sondern nur noch für Risikopatienten aus dieser Altersgruppe
Dienstag, 19. April 2022
"Karl gegen die Killervariante" - demnächst im Kino!
Wirklich schade, dass unser monothematischer Corona-Minister mittlerweile zu seiner eigenen Karikatur wird. Verwahrte er sich noch am 16.02.2022 gegenüber dem ihm schon oft geäußerten Vorwurf, er sei ein Panikminister, hatte er am Ostersonntag mal wieder nichts Besseres zu tun, als als EU-weit einziger Schreier seine unsachlichen Weltuntergangsprophezeiungen herauszuposaunen (oder handelt es sich evtl. um den Titel seines nächsten Buchs?). Es sei durchaus möglich, dass man eine hochansteckende Omikron-Variante bekomme, die so tödlich wie Delta sei. Das wäre „eine absolute Killervariante“, sagte Lauterbach wörtlich
Abgesehen davon, dass wir hier nicht von Ebola reden, verlief die Delta-Variante bei 40-50% aller Infizierten symptomlos (aufgrund der Dunkelziffer vieler unerkannter Infektionen ist der reale Wert natürlich höher) und ihre Letalität lag bezogen auf alle Altersgruppen und Impfstatus bei ca. 0,1-0,2% (wegen der o.g. Dunkelziffer also niedriger) - und Geimpfte hatten natürlich ein ca. 90% geringeres Risiko, an ihr zu versterben - unter den dreimal geimpften Personen sank die Sterberate über alle Altersgruppen auf 0,1 Todesfälle pro 100.000 Einwohner). Entsprechend ließen die Reaktionen darauf (u.a. von besonneneren Wissenschaftlern) natürlich nicht lange auf sich warten (unter anderem warfen ihm Virologen "Unwissenschaftlichkeit" vor - peinlicherweise nicht zum ersten Mal übrigens - und selbst aus den eigenen Reihen kommt mittlerweile scharfer Gegenwind) - aber ich hätte Vorschläge, wovor ein seriöser Gesundheitsminister tatsächlich mal warnen sollte:
- In Deutschland kommt es jedes Jahr zu bis zu 600.000 Krankenhausinfektionen (Infektionen, die man sich während seines Aufenthalts in einem Krankenhaus oder bei einer ambulant durchgeführten medizinischen Behandlung einfängt). Bis zu 20.000 Menschen sterben jährlich daran. Wie man so etwas vermeiden könnte, machen uns die Niederlande seit vielen Jahren vor
- Ca. 2.400 Menschen davon sterben an multiresistenten Erregern (MRE). Bakterien also, die gegen alle verfügbaren Antibiotika resistent sind. Und diese Zahl wird immer weiter wachsen, solange unsere Regierungen weiterhin den Einsatz von Reserve-Antiobiotika in der Massentierhaltung erlauben. Das ist übrigens einer der zwei Hauptgründe, warum man als Fleischesser (im eigenen Interesse) nur noch Bio-Fleisch zu sich nehmen sollte (ja, ist viel teurer, bedeutet also gegebenenfalls viel weniger Fleisch pro Monat - was gesundheitlich und ökologisch laut mehrheitlicher Experten-Meinung aber sowieso besser ist).
Wir bräuchten also längst dringend neue Antibiotika, aber leider ist das für die Pharma-Industrie nicht lukrativ genug. Zitat aus dem verlinkten Artikel:
"Die mangelnde Finanzkraft bekommt auch die Wissenschaft zu spüren: Forscher der Universität Würzburg haben einen Antikörper entdeckt, der resistente Bakterien bekämpfen soll. "Wir haben den Antikörper seit zwei Jahren fertig entwickelt und könnten direkt mit der klinischen Erprobung beginnen", sagt Knut Ohlsen vom Institut für Molekulare Infektionsbiologie der Uni Würzburg. Allein - es fehlt an Geld.
"Wir sind seit Jahren auf der Suche nach Kapitalgebern", erklärt Ohlsen und bringt das Problem auf den Punkt: "Je wirksamer und spezifischer ein Mittel ist, desto weniger Geld kann man damit verdienen. Der Antibiotika-Markt liefert nicht die Milliarden-Einnahmen, die sich ein Pharmakonzern oder ein Investorenkonsortium vorstellen." - Der Pflegenotstand hat sich seit Corona noch vergrößert - mittlerweile gehen Experten von mehr als 100.000 fehlenden Stellen aus. Bis 2030 werden bis zu 182.000 zusätzliche Pfleger*innen und sonstiges medizinisches Fachpersonal fehlen. Das ist alles seit vielen Jahren (lange vor Corona) bekannt, aber leider hat sich für die Betroffenen (außer zwischenzeitlichem Balkon-Applaus) nichts geändert.
- Die unsäglichen (durch Lauterbachs Einflüsterungen eingeführten) "Fallpauschalen" sind ein Grundübel, welches längst behoben werden müsste (unterhalten Sie sich mal mit Ärzt*innen und Pflegenden - nicht umsonst werden in Deutschland schon seit langem die meisten Knieoperationen durchgeführt) und Lauterbach sprach sich all die letzten Jahre (also zu Zeiten ohne politische Verantwortung) in seinen zahlreichen Talkshow-Auftritten und Tweets dafür aus, diese zu reformieren. Leider scheint er das mittlerweile vergessen zu haben und sich lieber zum wiederholten Male mit falschen und unsachlichen Absonderungen zurück in die Talkshows spielen zu wollen, denn seit der Omikron-Variante (und vor allem dem Krieg in der Ukraine) ist sein Typ nicht mehr so gefragt. 2021 war er sage und schreibe 40 mal in Talkshows zu sehen, womit er seinen eigenen, bisherigen Rekord aus dem Vorjahr gebrochen hatte.
- Der Ärztemangel auf dem Land ist ebenfalls ein seit vielen Jahren immer wieder vorgetragenes Problem. Dummerweise änderte sich auch hier praktisch bislang nichts, außer, dass das Problem (wie alle unbehandelten Probleme) größer wird.
Es gäbe noch viel mehr aufzuführen, aber ich habe ehrlich gesagt die Hoffnung aufgegeben, dass Lauterbach die Analyse und Deutung etwaiger Corona-Varianten echten Fachleuten - nämlich entsprechend ausgebildeten Virologen wie Schmidt-Chanasit, Drosten und Streeck (Letztere wurden ja extra in den Corona-Expertenrat der Bundesregierung berufen) - überlässt, er nicht weiterhin von Talkshow zu Talkshow hechelt, quasi rund um die Uhr twittert (und teilweise wirklich haarsträubenden Unsinn von sich gibt) und sich dann auch noch beklagt, dass der Tag zu wenig Stunden habe. Seine mangelhafte Selbstwahrnehmung hat schon pathologische Züge (es sprach Bände, als der wirklich sanfte und freundliche SPIEGEL-Autor Markus Feldenkirchen ihn in einem TV-Beitrag vorsichtig darauf ansprach, ob er nicht etwas zu häufig voreilig Dinge twittere, die sich später als nicht haltbar erwiesen, als einzige von Lauterbach zugegebene "Fehleinschätzung" die unsägliche - und natürlich ebenfalls falsche - Prophezeiung vom 28.10.2021 genannt bekam, dass die bislang Ungeimpften bis März 2022 "geimpft, genesen oder leider verstorben" seien). Feldenkirchens Gesichtsausdruck ist Gold wert, als Lauterbach allen Ernstes sagt: "...bei mir wird ja alles überprüft - das war eine unvorsichtige Aussage, aber das ist die Ausnahme." Stellen Sie sich hier bitte einen Tränen-lachenden Smiley vor.
Ich muss mich wiederholen: In den letzten Jahren gab es nur einen einzigen Politiker, für den ich mehr Faktenchecks fand/las, die seine falschen Aussagen oder Prognosen widerlegten, nämlich Donald Trump. Der ARD-Faktenfinder sah sich bereits im letzten Dezember gezwungen, schon zum 2. Mal einen "Faktencheck zu Lauterbach" zu veröffentlichen. Ich finde das nicht nur recht traurig, es macht mich (und viele in der Gesundheit arbeitende Menschen) auch ziemlich wütend. Als die Tagesschau den 1. Faktencheck veröffentlichte (das war im September 2020), reagierte Lauterbach übrigens wie folgt darauf:
Ich sehe weder das Bemühen, noch den Erfolg.
Dienstag, 12. April 2022
Ich lass die Maske fallen
- Das SARS-CoV-2-Virus wird nie wieder verschwinden und niemand wird einer Infektion entgehen können (Zitat aus dem verlinkten Interview mit Johannes Knobloch, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf/UKE):
"Es ist an der Zeit, das Coronavirus bei den Schutzmaßnahmen zu behandeln wie andere Atemwegserkrankungen. Wir alle werden uns mehrmals in unserem Leben damit infizieren, wenn wir uns nicht für immer sehr stark einschränken." - Erst wenn genügend Menschen sich damit (auch mehrfach) infizieren und somit eine Schleimhaut-Immunität entwickelt haben, wird es endemisch - und reiht sich somit bei den bereits seit Jahren bekannten Coronaviren ein, die immer wieder grippale Infekte und Atemwegserkrankungen verursachen
"Eine Coronainfektion hilft geimpften Menschen dabei, die Schleimhautimmunität auszubilden! Diese Schleimhautimmunität bekämpft das Virus sofort und ganz früh, noch bevor es überhaupt tiefer in die Atemwege eindringt, sie ist sozusagen die allererste Verteidigungslinie. Diese Schleimhautimmunität brauchen wir, um das Virus nicht permanent weiterzutragen. Und genau diesen Schutz bekommen wir eben durch eine Infektion. Vorausgesetzt, wir sind geimpft."
Auch die täglich vermeldete Anzahl der "an und mit Corona Verstorbenen" ist eher gruselig, was ihre Ermittlung angeht. Wie es besser geht, zeigt mal wieder Dänemark, das mit nüchternen Fakten der Panik den Zahn zieht. Deswegen kann das dänische Gesundheitsministerium auch vermelden, dass die Mehrheit der Menschen "mit" und nicht etwa "an" Corona stirbt. In Deutschland wissen wir aber immerhin, dass die Sterblichkeit bei Omikron aktuell bei 0,1% liegt (wohlgemerkt über alle Menschen und Altersgruppen hinweg - egal ob geimpft oder ungeimpft - und egal, ob mit oder ohne Vorerkrankungen. Und natürlich ist auch hier der Wert aufgrund der hohen Dunkelziffer unerkannter Infektionen noch viel niedriger. Der Altersmedian aller "an und mit Corona Verstorbenen" liegt übrigens bei 83 Jahren). Dass praktisch jeder, der sich impfen lassen will, das längst hätte tun können, wird dabei immer gerne verschwiegen (knapp 12% der über 60-Jährigen sind noch immer nicht grundimmunisiert). Ebenso, dass selbst 200 "mit Corona Verstorbene" angesichts von täglich 1.000 anderen "vermeidbaren" Todesfällen in Deutschland (von denen 200 durch Tabakkonsum, 300 durch Alkoholmissbrauch und 500 an den Folgen ihrer Fettleibigkeit/falscher Ernährung sterben) nicht als "schlimmer" einzuschätzen sind. Pro Tag sterben in Deutschland im Schnitt übrigens ca. 2700 Menschen.
Dienstag, 15. März 2022
2 x 3 macht 4, Widdewiddewitt und Drei macht Neune!
- Dass Lauterbach (der "Mann der Wissenschaft") allen Ernstes eine so unfassbar falsche Aussage macht, obwohl ihn selbst seine eigene Grafik Lügen straft?
- Dass er überhaupt noch auf die für sich alleine vollkommen unaussagekräftige Inzidenz hinweist?
- Dass es in den letzten Jahren nur einen einzigen Politiker gab, für den ich mehr Faktenchecks fand/las, die seine falschen Aussagen oder Prognosen widerlegten, nämlich Donald Trump?
- Dass zig Qualitätsmedien diesen Unsinn einfach stumpf und ungeprüft in ihren Schlagzeilen nachplapperten und (manche, aber längst nicht alle) erst nachbesserten, als sie von ihren Leser*innen darauf hingewiesen wurden (siehe Collage)?
Ich hatte ja tatsächlich die Hoffnung gehabt, dass sich unser monothematischer Gesundheitsminister endlich mal um den immer größer werdenden Pflegenotstand und das immer weiter abbauende Gesundheitssystem kümmern würde (und z.B. auch mal die unsäglichen Fallpauschalen reformieren oder abschaffen würde, unter denen praktisch alle Ärzt*innen und Pflegenden leiden - und die ja erst aufgrund seiner Einflüsterungen an die damalige Gesundheitsministerin Ulla Schmidt eingeführt wurden), aber die hat sich spätestens verflüchtigt, seit ich sah, womit er jetzt noch zusätzlich die Sender und Talkshows beglücken muss - denn auch hierfür ist er neuerdings Fachmann:





