Montag, 2. April 2018

Apple!

Wenn ich „könnte“ schreiben will, will ich nicht „könnte“ schreiben, sondern „könnte“!
Aber jedes Mal versaut mir Deine blöde Autokorrektur Grammatik und Rechtschreibung.

Dasselbe bei „müsste“, „hätte“ und „würde“. Welcher sadistische Algorithmen-Schubser macht denn daraus bitte „müsste“, „hätte“ und „würde“?

Das wurde mich wirklich mal interessieren! Dafür müss es doch einen Grund geben? Sonst konnt Ihr mich mal gern haben...

Mittwoch, 28. März 2018

"Im Regelfall"

Die Frankfurter Rundschau meldet heute:
"An Schulen in Hessen fällt nach Angaben von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) „im Regelfall“ kein Unterricht aus. Die SPD hält diese Behauptung für eine „Lachnummer“."


Weitere Meldungen:  
  • Auf der A3 ist im Regelfall kein Stau.
  • Auf der A5 auch nicht.
  • Montags laufen in Dresden im Regelfall keine „besorgten Bürger“ im Kreis.
  • Paris St. Germain gibt im Regelfall kein Geld für neue Spieler aus.
  • Bayern München wird im Regelfall nicht Deutscher Meister.
  • Lionel Messi schießt im Regelfall keine Tore.
  • Christiano Ronaldo auch nicht.
  • Klaus Kinski ist bei Dreharbeiten mit Werner Herzog im Regelfall nicht ausfällig geworden.
  • Deutsche trinken im Regelfall keinen Alkohol.
  • Russen auch nicht.
  • US-Amerikaner sind im Regelfall gegen Waffen.
  • Donald Trump denkt im Regelfall nach, bevor er etwas twittert.
  • Die AfD ist im Regelfall nicht Islam-feindlich.
  • Der Iran hat im Regelfall nichts gegen Israel.
  • Erdogan geht im Regelfall nicht gegen kritische Journalisten vor.

Montag, 6. November 2017

Wie uns Medien manipulieren

Neulich geriet ich in eine Diskussion über linke und rechte Gewalt. Dabei tätigte mein Gegenüber die Aussage: "In Deutschland werfen Neonazis fast täglich einen Brandsatz auf ein Flüchtlingsheim. Darüber wird aber öffentlich kaum berichtet. Auf dem rechten Auge ist man hier weiterhin blind!".

Ich erwiderte, dass ich ihm genug Beispiele für Medien nennen könne, die sehr zeitnah über solche Anschläge berichten würden und dass er bezüglich der Anzahl und Täter eventuell etwas durcheinander bringe - dass sogar viele Brände durch die Bewohner selbst gelegt bzw. verursacht würden, worauf er mich fragte, ob ich AfD-Wähler sei.

Dies verneinte ich wahrheitsgemäß mit wachsender Empörung und fragte ihn, auf welchen Quellen seine Aussage denn beruhe und erhielt als Antwort: "BKA! Kann man alles auf deren Homepage nachlesen!".

Heute begrüßte mich die "Frankfurter Rundschau" mit der Schlagzeile: "Asylbewerberheime in Deutschland: Fast jeden Tag ein Anschlag" (Link). Bebildert mit einem dramatischen Foto aus 2015, welches den brennenden Dachstuhl eines Heimes zeigt.

Im Artikel steht dann unter anderem:

"Laut einer Statistik des Bundeskriminalamtes gibt es im Schnitt nahezu jeden Tag einen Anschlag auf ein Asylbewerberheim in Deutschland. Im Jahr 2017 wurden bis September demzufolge 211 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte verübt. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ am Montag unter Berufung auf die BKA-Statistik. Die meisten Straftaten hätten einen rechtsradikalen Hintergrund."

Unter dem Artikel kann man dann die Kommentare der FR-Foristen lesen - z.B.:

"Ist ja schön, dass hier ein paar Zahlen weitergegeben werden, aber mich würde doch mehr interessieren, zB. wer diese Kriminellen sind, die da Mord und Totschlag versuchen, wieviele gefasst und verurteilt wurden. Werden zB Fussfesseln eingesetzt bei Gefährdern?
Wahrscheinlich gibt es aber vom BKA keine Infos dazu (auf dem rechten Auge sind wir ja ziemlich blind - mein Eindruck), da müsste man dann selber recherchieren."

Ob das mein eingangs erwähnter Gesprächspartner ist, der sich jetzt bestätigt fühlt? Aber bzgl. seines Punktes "da müsste man dann selber recherchieren." konnte ich ihm nur zustimmen und fand dann bei der "ZEIT" diesen Artikel, der zwar ebenfalls eine reißerische Überschrift ("Jeden Tag ein Anschlag auf eine Asylbewerberunterkunft") trägt, aber in dem das Ganze schon etwas konkreter aufgeschlüsselt wird, was die "Attacken" angeht:

"Bei den meisten Fällen handelte es sich um Sachbeschädigung, Schmierereien und Propaganda sowie Überfälle und Gewaltdelikte. Auch zwölf Brandstiftungen und zwei Sprengstoffexplosionen wurden verübt."

Da nun bereits 2x auf die „Neue Osnabrücker Zeitung“ verwiesen wurde, las ich deren Artikel ("Jeden Tag ein Anschlag auf Asylbewerberheime") natürlich auch und erhielt erstmals konkrete Zahlen genannt:

"Bei den meisten Taten handelte es sich um Sachbeschädigung (74) , Schmierereien und Propaganda (71) sowie Überfälle und Gewaltdelikte (32). Es waren aber auch 12 Brandstiftungen und zwei Sprengstoffexplosionen darunter."

Nun sind Sachbeschädigungen, Schmierereien und rechtsradikale Propaganda natürlich verachtenswerte und zu ahndende Delikte, aber doch etwas ganz anderes als Anschläge auf Leib und Leben. Damit wir uns nicht falsch verstehen: JEDER Überfall, JEDES Gewaltdelikt ist eines zu viel - aber die Überschrift der "Frankfurter Rundschau" hätte auch lauten können: "Asylbewerberheime in Deutschland: Bislang 12 Brandstiftungen und 2 Sprengstoffexplosionen durch Rechtsradikale in 2017". Das hätte aber nicht so schrecklich geklungen wie: "Fast jeden Tag ein Anschlag!" bzw. "211 Attacken".

Im Forum der "ZEIT" fand ich dann diesen Link zur INURI GmbH, der die komplette Brandstatistik von Flüchtlingsunterkünften zum letzten Jahr (2016) beinhaltet:

Das waren insgesamt 651 Fälle. 312 davon (also 47,9%) wurden durch die Bewohner selbst verursacht. Entweder durch Brandstiftung (auch 2017 gibt es dafür Beispiele siehe hier, hier, hier, hier und hier) oder unbeabsichtigt,  z.B. durch Feuerwerkskörper oder Kochen. Auch darüber schreibt die "Frankfurter Rundschau" übrigens gar nichts - sie differenziert in ihrem Artikel überhaupt nicht.

Und jetzt stelle man sich vor, sie hätte dafür diese Schlagzeile gewählt:
"Flüchtlinge verursachen 312 Brände in Flüchtlingsheimen!".

Absurd, nicht wahr? Deswegen nahmen sie ja auch lieber "Asylbewerberheime in Deutschland: Fast jeden Tag ein Anschlag".


Montag, 25. Juli 2011

Warum applaudiert niemand dem Busfahrer?

Letzte Nacht landete ich am Frankfurter Flughafen (ziemlich frustrierend, wenn man bei 28 Grad in Lanazrote startet und bei 11 Grad in Hessen ankommt - zumindest, wenn das im Juli der Fall ist - aber das soll jetzt nicht das Thema sein, sondern): Wie üblich klatschte das Chartervolk frenetisch Beifall, als der Pilot (ziemlich holperig) aufsetzte und dann seine Boeing zum Stillstand brachte.

Von einem mir bekannten Flugkapitän weiß ich, dass er und seine Kollegen das genauso albern und lächerlich finden - und dies zudem auch grundsätzlich nur bei Charterflügen vorkommt. Kein Passagier würde nach einem Linienflug auf diese Idee kommen - ebenso wenig, wie man einem Taxi- oder Busfahrer zujubelt, wenn der seine Fahrt erfolgreich beendet. Er meinte sogar, dass seine Ausbildung natürlich extrem aufwändig sei und sein Berufsleben auch sonst hohe Anforderungen und Hürden beinhalte, das reine Fliegen jedoch wesentlich unkomplizierter und stressfreier wäre, als beispielsweise das Fahren auf Straßen: "Eine 12-stündige Busfahrt nach Frankreich stellt an den Fahrer jedenfalls ganz andere Anforderungen als ein 4-Stunden-Flug auf die Kanaren an den Piloten."

Ich frage mich daher schon lange, was der Grund für diesen deplatzierten Applaus ist. Ist es ...

  • Die Erleichterung der von Flugangst geplagten Passagiere, dass sie heil angekommen sind?
    oder
  • Ihre aufrichtige Bewunderung dafür, dass es Menschen gibt, die ein Flugzeug sicher starten und landen können?
Was auch immer ihre Gründe sein mögen: Genauso zuverlässig wie ihr tumbes Klatschen ertönt das Geräusch ihrer aufspringenden Gurte, wenn sie von der Besatzung gebeten werden, bitte noch solange angeschnallt zu bleiben, bis die Machine zum kompletten Stillstand gekommen ist. Danach bleiben sie maulend in gebückter Haltung zwischen den Sitzen und Gängen stehen und murren, weil die Gangway noch nicht angebracht wurde.

Freitag, 27. Mai 2011

Spanische Gurken im REWE

Ist es denn zu fassen? Gestern morgen machte die Nachricht die Runde, dass in spanischen Gurken der Ehec-Erreger nachgewiesen wurde.

Während nun viele Kantinen, Großküchen, Supermärkte und Restaurants den Ankauf von Gurken, Tomaten und Salat stoppen und zig Bauern gezwungen sind, ihre Erzeugnisse zu schreddern, geht der hiesige REWE-Markt einen ganz anderen Weg: Er stellt einfach in der Gemüseauslage vor der Eingangstür seine Gurkenpracht aus - betitelt mit folgendem Schild:

"Spanische Gurken. 1A Qualität. Nur 29 Cent"

Nun ja, der Zusatz "plus einige Tausend Euro für die Dialyse" passte wohl nicht mehr drauf. Oder wie sagte ein Kollege von mir heute so schön dazu: "Da wird wohl bald ein neuer Marktleiter gesucht."

Dienstag, 15. März 2011

Merkel merkt, dass Herdplatten heiß sein können

Sehr seltsam. Spätestens seit dem GAU in Tschernobyl von 1986 sollte auch der dümmste Zweibeiner begriffen haben, welche Risiken Atomkraftwerke beinhalten. Rot-Grün beschloss daher ja auch (nach langer Vorbereitung) am 14.12.2001 gegen die Stimmen der damaligen Opposition aus CDU/CSU/FDP den geplanten "Atom-Ausstieg", was ja bekanntermaßen wieder gekippt wurde, als Schwarz-Gelb an die Macht kam.

Alle damaligen Argumente der AKW-Gegner wurden von ihr als nicht wichtig/fundiert genug abgetan - und schließlich waren/sind deutsche AKWs ja auch "sicher".

Und nun nach dieser grauenhaften, unfassbar furchtbaren Kettenreaktion in Japan sind sie es auf einmal nicht mehr? Nach dem Guttenberg-Desaster wollte Frau Merkel wohl keine weiteren Wählerstimmen mehr riskieren und ordnete zunächst eine "Überprüfung aller deutschen AKWs" an (warum eigentlich, wenn die doch so "sicher" sind?) und heute ordnete sie die "vorübergehende" Abschaltung von 7 AKWs an. Dieser Zusatz erinnert mich ein wenig an Guttenbergs "vorübergehendes Ruhen-Lassen" seines Doktor-Titels  - allerdings gehe ich davon aus, dass sich das auch hier in ein "endgültig" verwandeln wird. Interessanterweise sind das übrigens genau die 7 AKWs, die laut dem damals von Rot-Grün mit der Atomindustrie vereinbarten Ausstieg sowieso in diesem Jahr abgeschaltet worden wären …

Jetzt stelle ich mir die Frage: Ist Frau Merkel tatsächlich so geschockt angesichts der Ereignisse in Japan oder sieht sie die Felle ihrer Partei fort schwimmen, was die nächsten Wahlergebnisse in diversen Landtagen angeht? Ich gehe von Letzterem aus, denn die möglichen Gefahren sind (wie oben bereits erwähnt) lange bekannt - zudem wurden sie immer wieder von Atomkraft-Gegnern benannt (und zwar nicht nur polemisch, sondern mit Fakten).

Selbst Herr Seehofer findet auf einmal, dass man "die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger" an oberste Stelle setzen muss und auch das "Risiko von Terroranschlägen -zum Beispiel durch Flugzeuge- neu bewerten muss". Aha? Echt? Das hat ja noch niemand vor ihm jemals als Argument oder Warnung ausgesprochen … Glückwunsch, Du Horst!

Mein Sohn begriff schon recht früh meine Erklärungen, dass es gefährlich ist, seine Hand auf eine heiße Herdplatte zu legen - dazu musste er das gar nicht erst ausprobieren. Merkt Merkel erst etwas, wenn ihre Hand auf der Platte liegt?

Früher war mir Frau Merkel relativ egal - bei der Guttenberg-Affäre wurde sie mir unsympathisch ("Beliebte Diebe müssen nicht bestraft werden, schon gar nicht, wenn sie aus Versehen klauen! Für alle anderen gilt natürlich weiterhin: Diebstahl geistigen Eigentums ist kein Kavaliersdelikt") und nun nehme ich sie gar nicht mehr ernst. Denn wie man hier nachlesen kann, kann dieser Schuss nach hinten losgehen - und all das wäre gar nicht nötig gewesen, wenn sie das rot-grüne Gesetzt eben nicht sofort gekippt hätte (Klagen vor dem Verfassungsgericht gingen dazu ja bereits vor der Japan-Katastrophe ein), sondern es einfach belassen hätte.

Aber scheinbar waren ihr damals die "Ängste der Mitbürgerinnen und Mitbürger" nicht wichtig genug.

Mir schon, deswegen bin ich schon vor Jahren auf 100%-Ökostrom umgestiegen … (wobei ich auch darauf gespannt bin, wie die "neuen" deutschen AKW-Gegner reagieren werden, wenn sie merken, dass der wesentlich mehr Geld kostet. Dann wollen sie wahrscheinlich nicht nur Guttenberg zurück, sondern auch die AKWs ...)

Sonntag, 20. Februar 2011

Warum ich K.T.z. Guttenberg nicht mag

Mit "Lichtgestalten" ist das ja so eine Sache. Man verklärt sie, man verehrt sie und man verzeiht ihnen alles - selbst wenn sie sich innerhalb eines Satzes 2x widersprechen (was beispielsweise Franz Beckenbauer ja auch gern und oft ausnutzt).

Zu Guttenberg (der Mann, der mehr Fans als Vornamen hat, was hier schon scheinbar eine Leistung darstellt) zählt zu diesen Lichtgestalten. Unterstützt durch eine beispiellose Medienkampagne (hier allen voran natürlich die in seinem Enddarm wohnende Redaktion der BILD-Zeitung) entwickelte er sich innerhalb kürzester Zeit zum Spitzenreiter der "Politiker-Beliebtheitsumfragen" - und es schien, als könne nicht mal er selbst sich von dort verdrängen. (Geschweige denn die Kunduz-Affäre oder der Vorfall auf der Gorch Fock).
Die Gründe dafür sind relativ simpel: Er ist rhetorisch sehr begabt, attraktiv (vor allem im Vergleich zur deutschen Politkonkurrenz) und propagiert unermüdlich "Glaubwürdigkeit". Dass er zusätzlich noch mit einer attraktiven Frau verheiratet ist, die imagewirksam zur Soldatenzerstreuung in Afghanistan beiträgt, schadet auch nicht unbedingt.

Und nun ist alles anders? Warum? Weil sich (laut GuttenPlag Wiki) in seiner Doktorarbeit auf 247 von 407 Seiten Plagiate befinden - er also Texte anderer Autoren als Seine ausgab, ohne sie (wie sonst in wissenschaftlichen Arbeiten üblich) als Zitate zu kennzeichnen, beziehungsweise deren Quellen anzugeben.

Interessant sind nun die Reaktionen darauf: Nämlich die seiner Fans ("das machen doch alle!" - was mich besonders amüsiert, wenn ich es in den Kommentaren der BILD-Online-Artikel lese), seiner Neider ("Skandal! Rücktritt") und seine eigene:

Zunächst stritt er in seiner wasserdichten Überheblichkeit erst einmal alles ab ("abstrus!") und stellte die Vorwurfserheber als "ahnungslos" dar (das macht er übrigens grundsätzlich gerne mit seinen Kritikern). Dann räumte er "fraglos Fehler" ein, verbittet sich aber nachdrücklich "Plagiatsvorwürfe" - denn immerhin könne es ja mal passieren, bei einer so umfangreichen Arbeit, an der er neben seiner Tätigkeit als Politiker und Verpflichtung als junger Vater sieben Jahre lang arbeitete, das Setzen "einer Fußnote zu vergessen".

Dann veranstaltete er eine gnadenlos peinliche Pressekonferenz (die ihn in meinen Augen fast menschlich macht, weil sie einfach nur ein riesengroßer Fehler war) und verzichtet nun "vorübergehend" auf seinen Doktor-Titel. Unermüdlich weist er allerdings darauf hin, dass es zur Zeit ja wohl größere Probleme gäbe als die Diskussion über seine Dissertation.

Ja, das sehe ich grundsätzlich auch so. Was ich aber auch sehe, ist ein Mann, der meiner Meinung nach überhaupt nicht mit Kritik umgehen kann. Wann immer ich ihn einmal wirklich kritischen Fragen (also nicht denen von ZDF und BILD) ausgesetzt sah, wirkte er auf mich immer wie jemand, der lästige Fliegen vertreiben möchte, die um seine schwitzende Stirn kreisen.

Seine unglaubliche Selbstherrlichkeit (die auf dem Sofa von Thomas Gottschalk oder anderen Quotengaranten besonders zur Geltung kommt), seine Attitüde des einsam kämpfenden, das Schicksal der Glaubwürdigkeit auf seinen Schultern tragenden Leitwolfs, seine ekelerregend künstliche Bescheidenheit - all das zerbröckelte in solchen Momenten immer wie trocknender Lehm auf Soldatenstiefeln.

"Wisst Ihr eigentlich, mit wem Ihr hier redet?" - das strahlt er aus: "Ich habe es nicht nötig, mich impertinenten  Nachfragen irdischer Kleingeister auszusetzen!" Und so kommt unter der bröselnden Fassade ein gar nicht mehr so attraktives Antlitz zutage.

Das Hauptargument seiner weiterhin zu ihm stehenden Befürworter ("was hat eine fehlerhafte Dissertation mit seiner Befähigung zur Position des Verteidigungsministers zu tun?") zieht übrigens nicht. Natürlich hat das eine mit dem anderen nichts zu tun. Aber hier geht es nicht um seine Qualifikation als Minister, sondern um seine Glaubwürdigkeit, also genau um das, was er immer als seine größte Tugend verkauft hat. Und die hat er verloren.

Ob seine Gegner politisch motiviert sind (was größtenteils wahrscheinlich ist, denn wer solchen Erfolg hat, hat auch entsprechend viele Neider in den politischen Lagern) oder wissenschaftlich (weil selbst Schüler bestraft werden, die ihr Referat aus dem Internet zusammen klauen - warum also dann kein Politiker?) ist dabei vollkommen zweitrangig. Und auch die mahnenden Worte derjenigen, die ihn mit Ikarus vergleichen ("wer hoch fliegt, fällt tief"). Mir geht es einzig und allein um die sachlichen Plagiatsvorwürfe über seine Dissertation. Und die meistert er denkbar schlecht, nämlich gar nicht. Würde er das aber wenigstens auf eine authentische, menschliche Art und Weise tun, könnte er zumindest auf der Sympathieebene punkten. Aber hier scheitert er (wieder einmal) noch grandioser.

Und deswegen kann ich K.T.z. Guttenberg nicht leiden - und das nicht erst seit Bekanntwerden der "fehlenden Fußnoten".

PS. Grandios ist übrigens auch das hier